Kann mir mal jemand sagen, warum die Zeit so schnell vergeht? Die halbe Berlinale ist schon wieder um, und abgesehen von Trailern auf RBB Special zur Berlinale, habe ich schändlicherweise nichts gesehen. Dafür sind endlich die Untertitel und das Sounddesign fertig - Juhu. Jetzt noch die Credits, ächz- und der Film ist da. Wir haben übrigens noch mal umgeschnitten- und ich bin sehr friedvoll wieder with the kid. Ende gut, alles gut?
27.01.2010
Mein Bauchgefühl hatte nicht ganz recht, die Antwort kam eine Woche später- und leider, leider war es eine Absage. Ich habe erst mal ein paar Tage zum Trauern gebraucht, Wahrscheinlichkeitsrechnungen hin oder her, Ablehnungen tun weh. So weit habe ich mich aber wieder berappelt. Ich in zur Zeit in einer Art Kampfhaltung mit dem Film. Jedes Detail liegt unter der Lupe, ich bin gnadenlos zu diesem Werk und mit mir. Wo hakt es, warum stolper ich beim gucken- vermutlich auch irgendwie eine Reaktion auf die Absage. Der Film mein Kind, ich in postnataler Depression, kämpfe um meine Liebe zu diesem Ding. Nun bin ich ja nicht der einzige Elternteil und das Kind wird beschützt. Immerhin. Ganz ausgebacken ist es immer noch nicht. Es fehlt neben dem abgeschlossenen Sound, noch die Verpackung, die Titel, das Cover, die Präsentation. Ich rudere zurück und nehme mir die Zeit diesen Film anzugucken, der anders aussieht als erwartet, und doch gleichzeitig gar nicht anders aussehen kann, denn alle Wege führten zu diesem Punkt. Und wenn ich so darüber nachdenke und schreibe, dann wird mir ganz warm ums Herz, weil es doch ein Produkt ist, dass mir entsprungen ist und ganz von selber wächst, so wie ein Lebewesen eben auch. (Nein ich bin nicht dem Wahnsinn verfallen- ich weiß es ist "nur" ein Film).
12.01.2010
Ein frohes neues Jahr an alle! A bisserl spät, ok, aber das Jahr fängt eben gemächlich an. Nein, keine News von der Berlinale. Aber ich bin (fast) gänzlich überzeugt, dass ich in dieser Woche Bescheid bekomme. Sagt mein Bauchgefühl seit Sonntag. Mal sehen.
Ansonsten wird die Liste mit Festivals die interessant erscheinen immer länger. Einmal reingetaucht in die Materie ist es ein Fass ohne Boden, so scheint es.
Diese Infos zu Atme werden übrigens demnächst auf eine eigene "Atme Webseite" ausgelagert, die neuen Projekt und Ideen von Miller & mateula beginnen sich Platz zu wünschen. Dann gibt es aber einen feinen Link, und die die gerne weiter informiert werden möchten, können das weiterhin ganz unkompliziert tun. Große Ereignisse bezügich Atme gibt es natürlich weiter hier auf der Produktionsseite.
26.12.09
Das Jahr ist fast zu Ende. Was für ein Trip. Von der Berlinale hab ich noch nichts gehört, aber ich weiß, das es schon einige Entscheidungen für das Programm gibt und bisher sind wir nicht dabei. Die Berlinale ist der Griff nach den Sternen und es fällt mir nicht leicht mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass wir nicht genommen werden könnten. Der Verstand versteht, dass eine Teilnahme ziemlich unglaublich wäre, und diese Produktion damit ins Reich der guten Märchen wandert. Aber ich bin nun mal ein Träumerin. Oder Visionärin, kommt auf den Standpunkt an. Aber ohne etwas zu visionieren- oder visualisieren kann man auch keinen Weg verfolgen. Ich bin mein eigener Navi.
Leider bin ich kein Magier, der durch bloße Gedankenkraft Entscheidungen fossieren kann (wär aber super-ich kann ziemlich stur sein!). In diesem Sinn also: loslassen, entspannen und Merry X-mas.
23.11.09
Das Lustige ist: wir sind uns jetzt immer einig! War das Jahr 2008 durchaus von Kontroversen, kreativem feilschen und Austausch geprägt, ist es nun, als seien Magoscha, Nicki und ich zu einem merkwürdigen Wesen zusammen gewachsen. Es gibt da noch Nebenkreaturen: Nicki/Gustav/Magoscha, Roland/N/M/G . Reden wir über Festivals, Titeländerungen, Musik, ist es ein gleichmäßiges Kopfnicken im ruihgen Einverständnis (ich weiß ja nicht, was da noch kommen mag, aber im Moment ist es sehr gemütlich). Die nächsten Arbeiten stehen an, wir müssen uns um die englischen Subtitles kümmern, ich möchte den Film zum Tribecca Filmfest und zum Brooklyn Filmfest, jeweils in New York, einsenden. In den nächsten Tagen stelle ich eine Liste zusammen, wo es hingehen soll. Was wollen wir bei welchem Filmfest warum?! Also mal wieder ein neues Arbeitsfeld: die Strategie. Hört sich nach etwas an, was mir Spass machen könnte!
02.11.09
Der Film ist fertig geschnitten. Es fehlt noch das Sounddesign und Farbkorrektur, aber es ist ein Film, zum ansehen, besprechen, und -verschicken! Ich habe am 30.10.09 auf Stichtag "atme" als Work in Process bei der Berlinale eingericht. In der Zwischenzeit, werden die genannten Arbeitsschritte in Angriff genommen. Magoscha macht sich wieder an das komponieren, weil die ersten Songs nicht mehr passen. Der Film hat eine eigene Sprachdynamik entwickelt, und die Musik muss dem noch angepasst werden. Aber sie ist sehr motiviert, freut sich auf diese Arbeit und Schaffenszeit!
Wir hatten eine handvoll Testgucker und das Feedback war (fast) ausschließlich positiv. Es gab konstruktive Kritik und die kritischen Punkte sind bearbeitbar- wenn wir so möchten (wir müssen erst mal sammeln und nach Überschneidungen gucken, sagen kann man ja immer was, aber ob's dem Film hilft...).
Ich bin gerade ganz ruhig, ein eher ungewohnter Zustand für mich. Ich habe erwartet, dass mich das Film abgeben in Champagnerlaune versetzt, aber in erster Linie war ich nur froh, dass wir den Zeitrahmen geschafft haben, und dann fühlte es sich auch als logische Konsequenz der vorherigen Schritte an. Das ganze nächste Jahr wird vermutlich von den Festivaleinreichungen geprägt sein, wo klappt es, wo nicht, welches Festival hilft uns einer Auswertung näher zu kommen etc.
Heute Abend gucken Magoscha, Nicki und ich unseren Film gemeinsam und besprechen unsere Vorgehensweise für die nächsten Monaten. Draussen regnet es, aber für mich ist Sonnenschein. Schöner Herbst!
11.09.09
Heute gingen Informationen nur übers Eck. Nicki ist in Hamburg, Magoscha hat mit ihm telefoniert und mir dann berichtet, dass der Schnitt gut vorran kommt. Ich sitze derweil in Berlin, radel herum, beschäftige mich mit x und y, dreh Däumchen und knabber Nägel. Am Montag ist Sichtung. Aber wenn Nicki guter Dinge ist, bin ich es auch. Alles wird gut! (Zeitpläne haben es bei einem Projekt ohne Förderung echt in sich!)
4.09.09
Vor fast einem Jahr begann ich diesen Blog zu schreiben. Verdammt viel passiert seit dem. Jetzt nach einer längeren Pause, möchte ich weiterschreiben, denn nun sind wir mit dem Film soweit, dass es in die nächsten Runden geht. Der Schnitt ist noch nicht abgeschlossen, aber das wird er in absehbarer Zeit sein. Das Zeitding ist ja so ein wiederkehrendes Thema bei Atme.
Was wir planen: Ab fertig geschnittenen Film, kann der Film als "work in Process" bei Festivals eingereicht werden, bis Ende des Jahres, sollte auch das Sounddesign abgeschlossen sein. Gleichzeitig beginnt die "raus schick Phase" an Verleiher, die mit denen wir schon Kontakt haben, und die, welche uns darüber hinaus passend erscheinen. Da eine öffentliche Vorführung den Ausschluss an sogenannten A-Festivals bedeuten würde, wird es eine Premiere frühestens Anfang 2010 geben. Ich fiebere einer Premiere natürlich entgegen, aber wenn ich nur meinen Impulsen folgen würde (und nicht Nicki und Magoscha hätten, die mich auch mal im Wahn bremsen), dann hätte es wohl schon den ein oder anderen Stolperer gegeben. -heißt, meine Impulse sind zwar richtig, aber nicht unbedingt der passende Zeitpunkt. Eines der vielen Dinge, die ich mehr oder weniger freiwillig in den letzten eineinhalb Jahren gelernt habe. So siehts aus, gerade heut, am gefühlten ersten Herbsttag in Berlin. Was da hilft, wenn der Sommer sich dem Ende zuneigt: Elchbraten und Zwetschgensaft!
1.10.2008
Endlich, ich beginne mit der Dokumentation der Produktion. Nachdem ich versucht habe einen externen Blog einzurichten, fiel mir auf, dass ich ja einfach eine zusätzliche Seite einrichten kann. Halleluja, warum leicht, wenn es auch umständlich geht?
Wir kommen voran, ich habe zwar immer wieder den Eindruck, dass ich gerade den Mount Everest besteige, aber es geht tatsächlich voran. Konkret:
Ich habe eine Assistentin, Veronica, meine erste Assistentin in meinem Leben, und sie ist SUPER. Plötzlich ist das Equipment reserviert, der Vito, der Drehplan nimmt Form an und und und. Ich bin begeistert!
Allerdings haben wir noch immer keine Hütte, einer unserer Hauptdrehorte, und das treibt mich langsam in den Wahnsinn. Man sollte glauben, dass man sich in Brandenburg mit Seehütten bewerfen könnte, aber denkste, Die Hütten die wir gesehen haben sind entweder zu dunkel, zu klein, der See stimmt nicht, das Dach sieht falsch aus... Und dabei entscheide ich auch nicht alleine, sondern Gustav, das Auge der Kamera passt auf, dass ich nicht irgendetwas nehme, einfach aus Verzweiflung.
Jetzt aber zurück an die Produktionsmaschine, die Zeit läuft....
P.S. heute vor 6 Jahren wurde ein tolles Kind geboren!
7.10.2008
Dies ist meine Lieblingswoche, zumindest im Bezug auf die Produktion. Was ist passiert: Es gibt eine zweite Produktionsassistentin und eine dritte Bewerberin, die ich noch kennen lernen muss. Ich beginne also mich mit Organisationstalenten zu umgeben, und muss nicht mehr alles im meinem Kopf behalten. Außerdem ist ein Hütte in Sicht (Yeah!), die zumindest auf den Fotos passend wirkt. Jetzt müssen Nicki, Magoscha und Gustav noch mal hin und sie absegnen. Desweiteren hat Nicki einen interessanten Vorschlag zur Besetzung von "Karl" gemacht, dass bleibt an dieser Stelle aber noch ein Geheimnis. Wir können Tonequipment über einen persönlichen Kontakt leihen und sparen viele hundert Euro, dies ist eine der Nachrichten, die mir als Produzentin zur Zeit besonders gut gefallen. Komische Position, diese. Und der Kameraverleih gibt uns einen wirklich großzügigen Rabatt, wegen der langen Leihdauer. Ich telefoniere jeden Tag mit wahnsinnig vielen Menschen und unterhalte mich über dieses Projekt, dass mein Kopf ausgespuckt hat und manchmal halte ich Inne und staune und freue mich darüber, dass es all diese Leute gibt, die mit mir daran arbeiten und mich unterstützen. Die Macht des inneren Feuers. Von dem hat mein verehrter Schauspiellehrer Earl Hyman oft gesprochen, und ich fange an besser zu verstehen, was er damit meinte. Morgen ist wieder Bürotag und ich sag : "Kein Tag ohne Beute". ...
16.10.2008
Wie heißt es so schön? Freu dich nicht zu früh... Die Hüttensuche bleibt das Top Thema und raubt mir bald den letzten Nerv. Nicki möchte jetzt eine mit SAUNA! Keine Ahnung wie ich das anstellen soll, ist ja nicht so, dass die Produktion in Geld schwimmt. Der Prozess ist zäh, dann hatte ich auch noch Drehtage dazwischen und muss wieder in den Fluss kommen, ich bin etwas demotiviert heute. Nun ja, das geht vorüber nehme ich an. Aber nach dieser Produktion werde ich mich verweigern im Internet nach Feriendomizilen zu suchen, ich vereise ab jetzt nur noch ungeplant. Das Internet ist böse und saugt mir Zeit ab. Hütte wo bist du?!
20.10.2008
Gestern habe ich mit Brigitte über unsere Finanzierungsplanung gesprochen, und es fängt an sich realistisch anzufühlen. Desweiteren bewerbe ich mich jetzt für eine Filmförderung in Form von Materialien, dass funktioniert insoweit mit unserem Konzept, da das Fördergremiun nach künstlerischen Aspekten und nicht nach wirtschaftlichen Aspekten urteilt. Ich bin sehr hoffnungsvoll, dass wir mit unserem Konzept gut in die Auswahlkriterien passen. Am Mittwoch fängt Katharina an und kurbelt an der Hüttengeschichte mit herum. Momentaner Stand: wir ziehen ernsthaft in Erwägung in Finnland zu drehen. Da gibt es Hütten, Seen und Saunas ohne Ende. Dann brauchen wir nur noch einen finnischen Karl. Auf jeden Fall sieht es so aus, als besteht die Möglichkeit eine Co-Produktion mit einer finnischen Filmproduktion einzugehen, dank Katharinas Kontakten. Wenn ich mir das von außen betrachte, wirkt das sehr abenteuerlich, aber insgesamt ist wohl der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr vor der Größe des Projektes zurück zu schrecken. Es wächst von alleine und das ist gut.
22.10.2008
Gestern war der erste Büro-Tag zu dritt, also zeitgleich und nicht versetzt wie sonst. Ich bin überrascht, dass in diesen Raum tatsächlich drei Schreibtische und Computer rein passen. Die Arbeit fließt zu dritt gleich ganz anders. Momentane Aufteilung: Katharina ist unsere Finnland- und Hütten Fee, Veronica zaubert Verträge aus ihrem Hut hervor, und ich übersetze gerade alles auf Englisch für unsere finnischen Freunde. Zumindest die Synopsis und Projektbeschreibung. Diese Webseite wird wohl auch noch mit englischer Version bestückt. Der Förderantrag ist abgeschickt und jetzt heißt es Daumen drücken! Nächste Woche ist eine Telefonkonferenz mit Finnland, der eventuellen Co-Produktion geplant. Dann gibt es wieder neue Infos.
29.10.2008
Finnland entwickelt sich im rasendem Tempo von einer Idee zu einem tatsächlichem Vorhaben. Die Finnische Seite ist schnell und effizient und die Bilder von der Umgebung, in der wir drehen möchten (wenn...) ist wunderschön und sehr inspirierend. Am 8. November sind die "Karl" Castings, ich freue mich sehr auf unsere eingeladenen Schauspieler! Die neue Buchfassung liegt auf dem Tisch, und nach anfänglichen Missverständnissen und einem nicht ganz einfachem Klärungs-Prozess sind wir wieder zurück auf unserer gemeinsamen Fahrbahn. Die Shotliste für die "Hütte" steht auch, es kommt zusammen.
3.11.2008
Was habe ich gelernt? Telefonkonferenzen haben so ihre Tücken, und meine Tochter hat den Mikrofon Line - In von meinem Computer geschrottet. Leider habe ich das erst erfahren, als ich per Skype mit Vancouver telefonieren wollte, und mich wunderte, warum mein Gegenüber meine Fragen nicht beantwortet. Dann haben wir per Handy telefoniert und ich freue mich nicht auf die Rechnung. Aber: wir haben eine finnische Co-Produktion. Zumindest per mündlicher Absprache. Das heißt wir haben konkrete Unterstützung bei der Location (Hütten...) suche und der Logistik, wenn wir in Finnland drehen. Der bis jetzt einzige finnische Karl Bewerber sitzt leider in Österreich und plant keine privaten Berlin Besuche. Jetzt müssen wir warten, ob sich eine andere Möglichkeit gibt, weil einfliegen ist zu teuer. Dafür lernen wir Samstag ein paar deutsche "Karls" kennen. Heute Abend ist Teamtreffen Nr. 2, bei dem hoffentlich fast alle anwesend sein werden. Updates und Zeitpläne bestimmen das Programm, Und ansonsten ist gerade etwas warten angesagt: auf Förderentscheide, auf Kostenvoranschläge, auf die Entscheidungen der letzten Crew-Mitglieder. Ich hoffe die nächste Woche wird wieder aktiver!
12.11.2008
Das Treffen lief gut, wenn sich auch zeitliche Verschiebungen offenbart haben, von denen ich gerne vorher gewusst hätte. Auf jeden Fall ist jetzt klar, wir drehen erst 2009, dafür aber zu Beginn des Jahres. Genauer Drehbeginn wird noch entschieden, auf jeden Fall fangen wir aber doch mit Berlin an. Unser Setrunner Thomas geht jetzt auf Locationsuche, und das halbe Team macht lustiges Positions hopping. Veronica, die jetzt Produktionsassistenz macht, wird in Finnland unsere Aufnahmeleiterin sein, und jetzt hat sie auch noch offenbart, dass sie sich intensiv mit Fotografie beschäftigt und ist somit für Berlin zur Setfotografin erkoren worden. Wer Lust hat zu gucken, unter "Team" ist ein Link zu ihrem Blog. Ansonsten werde ich gerade nervös, da wir noch keine Antwort von der Projektförderung haben, und ich es so schwer einschätzbar finde, wie die Chancen stehen. Also vorerst weiter Daumen drücken.
19.11.2008
Ich bin eine Warteschleife... Wie es aussieht muss ich damit leben, dass ich vor der ersten Dezemberwoche keine konkreten Aussagen zu fast allem habe und folglich erst dann wieder richtig aktiv werden kann. Momentan zieht sich der Prozess wie ein Kaugummi, den Zustand mag ich gar nicht. Aber zumindest habe ich anfangen können finnische Darsteller zu kontaktieren und um Bewerbungsunterlagen gebeten, und die ersten Interessenten haben reagiert. Es ist merkwürdig fast mit den Vorbereitungen fertig zu sein und dann plötzlich auf Stopp schalten zu müssen. Die Finnland Geschichte ist spannend, wirft aber auch Einiges durcheinander. Es gibt zwar z. B. viele Hütten dort, aber aus der Entfernung ist die Beurteilung des Motivs auch ungleich schwerer. Dazu kommt, dass das halbe Team vor Ort besetzt wird, dass heißt alle Assistenten Positionen. Dabei habe ich mich ganz wohl gefühlt mit den vorherigen persönlichen Treffen und dem genauen Auswählen der Beteiligten für Berlin. Fällt hier natürlich auch weg. Abgeben will gelernt sein! Aber lernen ist ja auch mein neues Hobby. Jawoll!
27.11.2008
Während ich diesen Eintrag schreibe, höre ich hinreißende Klaviermusik, die mir gestern als Filmmusik angeboten wurde. Die Inspiration von diesen Seiten ging über und hat was wirklich Gutes hervorgebracht. Das hat mich sehr gerührt. Natürlich habe ich ja! gesagt. Die Projektförderung ist noch nicht entschieden, aber das ist eine gute Nachricht, weil es einfach bedeutet, dass Menschen/Entscheidungsträger in den Urlaub fahren, krank werden, mit Arbeit zu gestopft sind und, dass man nicht alles auf sich beziehen sollte. Insgesamt legt sich der Nebel und ich weiß wieder wo es lang geht. Meine Zuversicht/mein Vertrauen ist zurück, auf das Dinge manchmal Zeit brauchen um gut zu werden. Die Unterstützung ist immens und wenn ich es genau betrachte, ist es nicht mehr lange hin zum Drehbeginn. Am Ende des Projektes werden gut 1, 5 Jahre ins Land gegangen sein.
4.12.2008
Die Shotlist ist fertig, Juhu! Das heißt, der Drehplan (der Rest) wird bis Ende nächster Woche stehen, heißt. dann gibt es auch den Starttermin! Ich freue mich! Außerdem gehen heute die Spenderanschreiben raus, wir haben gut gesammelt und eine beachtliche Liste zusammen bekommen. Brigitte sei dank! What else? Thomas schickt erste Location Ergebnisse Aussendreh am Wochenende, Die finnische Co-Produktion meldet sich in den nächsten zwei Tagen mit News, wir haben zwei eventuelle Hütten Motive gefunden, eine sogar mit direkt benachbarter Unterkunft für das Team, das ist natürlich praktisch. Bis auf Ausstattung Berlin ist das Team komplett, und ich habe für viele Positionen auch die Back ups, falls was dazwischen kommt (Quentin Tarantino, oder so komische Leute, man weiß ja nie, hier in Berlin). Bis zu den Weihnachtsferien, hoffe ich Finnland soweit vorbereitet zu haben, und dann beginnen im Januar die Proben. Ich bin wirklich zufrieden gerade!
13.12.08
Gute und schlechte Nachrichten. Die Gute zuerst: Die Spendengemeinschaft fügt sich zusammen, die Rückmeldungen kommen täglich. Die schlechte: Projektförderung ade, scheiden tut weh. Sie haben sich für einen Mitbewerber entschieden, der formal experimenteller arbeitet als wir. Könnte im dem Sinne auch eine gute Nachricht sein: unser Projekt hat Hand und Fuß schreiben sie, ist förderungswürdig und für das Kino geeignet. Dafür passen wir halt leider nicht zu der Förder-Grundlagen von Werkleitz. Also Buhu-Juhu? Ansonsten merkt man das stramme Tempo. Das Buch ist in er neuen Fassung (und diesmal gab es gar keine Uneinigkeiten), der Drehplan ist in Arbeit, die Castings sind am Laufen... nur mit der Location Suche hapert es noch. Ich hoffe, da auch bald eine Lösung zu haben.
18.12.2008
Wir haben "Karl"!!! Dies ist ein ein schöner Tag. Das Hauptcast steht, die Shotlist, das Buch, alles ist bereit und wartet darauf, das es losgeht. Das Geld kommt zusammen und ich freue mich auf das neue Jahr und die Arbeit. Dass dies alles kurz vor Weihnachten und damit der Zeit, wo nichts mehr geht, zusammen kommt finde ich hervorragend. Der Januar wird wohl in Locationstress versinken, aber abgesehen davon kann nicht mehr so viel schief gehen. Toi Toi Toi. Ach ja, die Hütte....
07.01.2009
Ein frohes neues Jahr für alle!
Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass es in der Regel ein gutes Zeichen ist, wenn ich länger nicht schreibe, dass bedeutet, dass ich schlicht und ergreifend keine Zeit dazu finde, da ich anderes organisieren muss. Am Montag casten wir für die Nebenrollen, Wir haben viele gute Bewerbungen bekommen und ich bin gespannt. Die Locationsuche läuft auf Hochtouren, und ich habe festgestellt, dass ich öfter ausgehen sollte, es gibt wirklich viele gute Bars in Berlin! Unsere Favoriten und Drehorte werden wir an späterer Stelle auflisten.
Nächste Woche gebe ich den Drehbeginn bekannt. Ich hoffe wir halten den anvisierten Termin ein, aber wir liegen zeitlich ganz gut. Magoscha sitzt an einem neuen Song, der für eine Schlüsselszene vorgesehen ist. Sie ist jetzt von vier Spuren auf acht umgestiegen. Also Hightech Baby!
Ich muss übrigens sagen, dass mir Caster leid tun, das zu organisieren ist Schwerstarbeit- welcher Schauspieler passt worauf, welchen Text bekommt er/sie und vor allem, mit wem packen wir sie/ihn zusammen...? Das wäre auf Dauer nix für mich. Mir raucht schon der Kopf davon.
Also, in Bälde mehr...
21.01.2009
Ich kann heute die frohe Botschaft verkünden, dass wir auf der Zielgeraden sind. Am 10. Februar '09 ist Drehbeginn! Nachdem mir ein Tonmeister wieder absagen musste, weil sich sein Umzug in die Drehzeit verschoben hat, habe ich heute einen anderen Tonmeister gefunden, der mir sehr gut zu unserem Team zu passen scheint, die richtige Qualifizierung mitbringt und Lust hat dabei zu sein. Wir hatten vergangene Woche unser Casting, dass gut verlief und viele tolle Schauspieler mit sich brachte. Heute habe ich die Zu- und Absagen verschickt und das Cast ist (fast) vollzählig- jetzt müssen noch die Statisten eingeladen werden.
Dank meiner wunderbaren, gr0ßzügigen Schenkgemeinschaft steht nun endlich auch die Finanzierung und ich hole mir verschiedene Kostenvoranschläge für die technische Ausrüstung ein. Die Locations werden immer zahlreicher- die Bars sind geklärt, jetzt fehlt noch die Drehgenehmigung für ein Schwimmbad, ein Krankenhauseingang (Urban Krankenhaus hat sich gesperrt- Buh!) und Ende der Woche weiß ich, ob wir in der gewünschten Wohnung drehen können. Wenn ich die Vorbereitungen abgeschlossen habe, gehe ich erst mal 5 Stunden in die Sauna um mich zu entspannen. Und dann: darf ich endlich wieder spielen!!
28.01.2009
Der momentane Zustand? Ich sitze in einer Rakete, es ruckelt und wackelt, aber ich nehme an es geht nach oben. Aus meiner Position schlecht zu sagen, denn ich sitze ja drin.
Nachdem ich gestern fast einen Herzinfarkt bekommen habe, weil ich zwar meine Kontodaten- nicht aber das Geld zugestellt bekommen habe, hat sich heute alles in Frieden aufgelöst: das Geld steht zur Verfügung!!!!!
Jetzt wird gebucht, reserviert, telefoniert...
Die Flüge sind bereits gebucht, am 13. März geht es nach Finnland!! Und ja, es gibt auch ne Hütte.
5.02.2009
Noch 5 Tage bis Drehbeginn. Ich freue mich so! Und gleichzeitig schlottern mir die Knie. Durch das "darauf hin arbeiten", ist das alles ja ein bisschen abstrakt geworden. Wo kriege ich Geld her, wo die Technik, Wohnungen anmieten als Motiv etc, Aber gestern hatte ich Kostümprobe und plötzlich trage ich die Sachen von Johanna und alles fühlt sich ganz anders an. Wir haben sage und schreibe 7 Stunden gebraucht, dass war definitiv die längste Kostümprobe meines Lebens- und es hat so viel Spaß gemacht! Ich alleine habe 33 verschiedene Outfits in dem Film, da kommen noch die Figuren Nick und Karl als Hauptpersonen dazu, ganz zu schweigen von den Nebenrollen. Nico und Kristin, die Kostümbildner leisten Unglaubliches! Ich habe jetzt in fast jedes Department beim Film Einblick erhalten, (zumindest bei diesem)nachdem ich 10 Jahre lang "nur" Schauspielerin war und ich bin voller Respekt und Demut gegenüber all diesen Machern- die den Film erst - ja wirklich (ich weiß es klingt kitschig- aber kitsch ist gut!)- machen. Seit ein paar Tagen ist eine Ausstatterin mit am Bord, die uns wirklich den Allerwertesten gerettet hat. Wir haben uns schon die Motivwohnung selber einrichten sehen, und da ich nicht gerade ein Ass in Innenarchitektur bin, wäre das Ergebnis vermutlich zweifelhafter Natur. Selbst Gustav ist schon nervös geworden und der wird sonst nie (!) nervös- zumindest zeigt er es nicht. Nicki und Magoscha haben auch schon gezittert, große Lust auf Umzug hatten sie auch nicht und zudem keine Zeit. Die arbeiten auch schon seit fast 7 Monaten Non -Stop.
Komisch ist auch das Geld ausgeben- da hat man so ein Konto von dem aus man arbeitet, aber in mir drin schreit dann die gute Haushälterin: Nein, nicht!- da kann man sparen!- brauchen wir wirklich Schminke? Tut's nicht auch mein privates Make Up? Von dem Maskendepartment kommt dann natürlich ein lautes:"Privatschminke? Ja wo sind wir denn hier? " Und damit muss die gute Haushälterin leider geknebelt in den Schrank verstaut werden- ich hol sie im April wieder raus.
Ich weiß nicht wie oft ich schreiben werde, wenn wir drehen. ich muss jetzt in die Rolle abtauchen, denn nun steht der Teil vor mir, auf dem ich das ganze Jahr hin gearbeitet habe. Ich bin sehr glücklich und stolz bis hierhin schon gekommen zu sein , sehr müde, und ein bisschen beduselt von dem Trip.
Aber ich versuche weitestgehend die Welt an unserem Prozess weiter teil haben zu lassen.
Und zwischen dem Berlin Dreh und dem Finnland Dreh auf jeden Fall. Übrigens, wer einen Blick auf die Motivhütte werfen möchte:
http://www.huvila.net/cgi-bin/pager.cgi?huvila=626&kieli=saksa
Eins noch: wir haben die Möglichkeit, die ersten Bilder zwei Verleihern zu präsentieren, hoffentlich mit Erfolg.
Und noch eins: seit heute gibt es Henri im Team- ein Setrunner geschickt vom Herrn! Er wird unser Team auf jeden Fall bereichern.
Und Nummer drei: Heute beginnt die Berlinale, schön, oder?
1. Drehteil Berlin:
02.03.2009
Ich bin wieder da! so zwischendurch.
Unser Berlin Dreh startete mit einem fulminanten Auftakt. Gut gelaunt trafen Team und Darsteller am 10. Februar in unserer Motivwohnung am frühen Morgen ein. Gustav und Micha , der Beleuchter unserer ersten 2 Drehtage, waren schon am Licht aufbauen und Nicki und Magoscha strahlten jeden an der rein kam. Unsere ersten drei Statisten waren ebenfalls am Start unter ihnen Thierry, der auch auf den ersten Fotos mit auftaucht. Thierry hatte eine Kleindarsteller Rolle und war uns allen eine große Freude.
Meine Sorge zu unvorbereitet zum Dreh zu erscheinen, war völlig umsonst. Schnell wurde klar, dass Nicki, Magoscha und Gustav sehr genau wussten was jetzt passiert und Andreas und ich hatten das große Vergnügen uns ins Spiel zu schmeißen und uns vertrauensvoll leiten zu lassen.
In der ersten Szene spielte mein Po unerwartet eine Hauptrolle und ich weiß jetzt: man kann sich mental von seinem Körper abschneiden! Der Po- dieser meine- musste nämlich in Szene gesetzt werden und an mir wurde rum gezuckelt und gezogen, Hose hin und her geschoben (es ist nicht wonach es sich anhört!) und die halbe Crew betrachtete sich über den Monitor interessiert meine Rückansicht. Danach waren wir uns alle sehr vertraut, sozusagen im Schnelldurchgang.
Tim erfreute uns mit dem ersten Mittagessen und wurde mit seinen Kochkünsten schnell zum Setliebling. Die Frage der ersten Tage von fast jedem weiblichem Crew-Mitglied: Bist du schon vergeben? Worauf Tim jedes mal gleich irritiert antwortete: wie meinst du das jetzt?
Nico und Kristin haben mit Anna gemeinsam unseren Kostüm- und Maskenraum gemütlich gestaltet und war fortan mein Lieblings Aufenthaltsraum.
Zum Glück war die Wohnung groß, und wir hatten viel Platz uns auszubreiten, genügend Raum für gemeinsame Malzeiten und Tischplätze zum Klatschspalten lesen.
Nicki und Magoscha entpuppten sich als Perfektionisten im besten Sinne und hatten auch kein Problem für eine Einstellung 20 Takes zu machen- bis das Ergebnis gut genug zum durchwinken war. Das war teilweise ein langer Prozess und für das wartende Team im Hintergrund auch manchmal ermüdend, aber ich bin froh und dankbar, dass die beiden den Maßstab so hoch ansetzten und von uns allen forderten dies ebenfalls zu tun. Die Arbeit war so immer herausfordernd, Grenzen auslotend und eine der wertvollsten Erfahrungen die ich in meinem bisherigen beruflichen Leben machen durfte. Ich ging mit Freude jeden Tag zum Dreh und mit dem Wunsch noch weiter vorzustoßen in Bereiche die ich als Schauspielerin noch nicht betreten habe.
Das ganze Team ist hervorragend, leidenschaftlich und Einsatzbereit, Jeder in seinem Bereich verantwortungsbewusst, talentiert und professionell und es ist eine Freude mit diesen Menschen gemeinsam einen Film zu machen.
Gustav ist der Ruhepol in dem Ganzen und ich habe keine Ahnung wie er das macht. Er arbeitet bis auf die Mittagspausen ununterbrochen, teilweise 16 Stunden am Tag und ich habe nicht einmal ein lautes Wort von ihm gehört. Mit Ruhe und Beharrlichkeit setzt er seine Anliegen ein. Und wenn er merkt die Kreativität leidet jetzt unter der Müdigkeit, dann sagt er kurz und klar, dass jetzt Schluss gemacht wird.
Veronica hat uns mit Biss und Witz angetrieben uns nicht ganz im Detail zu verlieren und hat durch ihr wunderbares, spanisch eingefärbtes Deutsch die besten Kalauer gebracht. Am Anfang musste sich der ein oder andere an ihren strengen Ton gewöhnen, aber der Job des Aufnahmeleiters ist mit der schwerste am Set und man muss sich eben Respekt und Gehör verschaffen. Veronica hat uns allen Eindrucksvoll gezeigt wie das geht!
Das Set war toll eingerichtet von Kerstin und obwohl sich Nico (Kostüm) nie mit Kerstin getroffen hatte, passte das eine wunderbar zum anderen. Die Wohnung war unsere Höhle und wir waren alle traurig als dieser Teil abgedreht war und wir in die rauhe Welt hinaus mussten.
Unsere Außendrehs waren anstrengend, auch hier lange Tage, dazu Statisten, denen wir auch nicht zu viele Stunden zumuten wollten, die Räumlichkeiten oft kalt. Bei unseren Bar und Clubszenen hörten wir schon morgens Technobeats und tranken in den Szenen Alkoholfreies Bier-das hatte immer etwas kaltes und unwirkliches.
Dafür kam aber hier die wunderbare Marion Gretchen Schmitz dazu, die meine Film Freundin Tanja spielt und das hat vieles wieder Wett gemacht!
Insgesamt hatten wir 7 Nebendarsteller in der Zeit da und es hat gut geklappt. Marion war vier Tage beim Dreh, da wächst man natürlich schon ein bisschen zusammen. Eine weitere Freude Alexandra Pille, die ebenfalls aus Hamburg angereist kam und mit Lust und Laune dabei war.
Nach der ersten Woche gab es einen Einbruch in Energie und Laune, wir haben lange in die Nächte gearbeitet und das Schlafdefizit und das doch unerwartet seltene Sehen der Familien und Liebsten zerrte an den ersten Nerven. Es stellte sich aber heraus, dass niemand im Team dazu neigt mit Unzufriedenheiten zu lange hinter den Berg zu halten, und am zweiten gedrückten Tag kam das Thema auf den Tisch (im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich nach dem Mittagessen). Ich bin kurz in Panik geraten, in der Befürchtung, dass jetzt eine Meutere losgeht und die halbe Crew das Schiff verlässt, aber dem war zum Glück nicht so, und wie Kristin später erzählte auch nie eine Gefahr. Interessanter Weise waren ab Nachmittags alle wieder gut gelaunt, es wurde wieder gelacht und der Dreh ging weiter. Der Rest der Woche verlief soweit gut, und die Stimmung wurde erst wieder etwas angespannter, als es an das Verlassen der Wohnung ging. Wie gesagt, die Drehs an anderen Locations haben uns mehr zugesetzt.
Persönlich niese ich seit zwei Wochen mehr als sonst, da wir an mehreren Tagen draußen Sommer gespielt haben, während Berlin beschloss im Schneesturm zu versinken. Aber ich muss zugeben, dass ich das Gefühl für meinem Film "zu leiden" bis zu einem bestimmten Punkt durchaus genoss- gibt auch schöne Anekdoten wenn ich wieder zum Friseur gehe. Jetzt freue ich mich auf Finnland!
11.3.2009
Morgen Nacht fahren wir nach Bremen um von dort aus nach Tampere, Finnland zu fliegen. Nicki, Magoscha, Gustav und Tim sind mit dem Vito schon am Sonntag losgefahren. Der Wagen war so voll geladen, dass nicht mal mehr mein gewünschter "Wassermax" (um Sprudelwasser selber zu machen) mit reinpasste. Den haben sie dann bei einem Kiosk abgegeben, wo ich ihn dann wieder abholen musste. Der Wagen ist sonst 1,90 m hoch, beim losfahren war er noch so hoch wie Gustav, und der ist 1,80 m groß.
Veronica fährt morgen früh nach Bremen vor, um sich noch die Stadt anzuschauen, Barny kommt nachts aus Hamburg dazu, Denis fliegt aus München ein und der Rest (Nico, Heinrich, Roland, Katharina und ich) fahren von Berlin aus los.
Obwohl ich eigentlich Flugangst habe, freue ich mich auf die Reise, auf Finnland sowieso, aber tatsächlich auch auf den Flug.
Da der Berlin Dreh doch teurer als geplant war (Requisiten fressen einem die Haare vom Kopf!!), war ich um das Finnland Budget etwas besorgt gewesen. Nachdem ich mir eine Nacht lang den Kopf zerbrochen habe und uns schon zu Fuss aus Finnland zurückkehren sah (zumindest den Teil der mit dem Auto unterwegs ist), kamen zwei wunderbare Wendungen: zu einem hat sich ein Freund gefunden, der uns die dritte benötigte Festplatte sponsert (die erste ist schon halb voll, die zweite als Back up für den Schnitt, der Laptop nicht groß genug...). zum zweiten kam heute eine gesamt Überweisung anstelle der mtl. Ratenzahlung und das hat uns die nötige Flexibilität verschafft, die ich brauche um ruhig schlafen zu können. Solche Sachen passieren immer wieder- gerade wenn ich denke "au Backe jetzt wird's eng"- passieren kleine Wunder die mit Samthandschuhen die Steine aus dem Weg rollen. Magoscha nickt zu solchen Sachen immer und sagt: "ja, ja Christinsche, das macht allesdas Universum!"
Wie auch immer das alles zusammen kommt, ich bin froh.
25.3.2009 : WIR SIND WIEDER DA!!!!!
Finnland:
13.3.2009, Abflug, Freitag
Vor dem Abflug kurzes Chaos am Flughafen. Barnys und Denis Koffer hatten je 2,5 kg Übergewicht. Wildes Umgepacke begann , obwohl alle anderen auch gewichtsmäßig schon am Limit waren. Aber bei 15 € pro Kilo Übergewicht wird man kreativ. Ich habe die halbe Technikausstattung in meine übergroßen Jackentaschen gestopft. Mein Koffer beinhaltete ausschließlich Unterwäsche und Socken und ansonsten Technik: 1 Festplatte + Zubehör, 1 Kamerakompendium (was argwöhnisch vom Bodenpersonal beäugt wurde "was ist dat denn?", Speicherkarten und ähnliches.
Dann alle verschwitzt ins Flugzeug. Ich habe meine erste Panikattacke bereits nach 5 Minuten- Flugangst lässt grüßen-bevor das Flugzeug überhaupt den Flughafen verlassen hat. Auf der Startbahn standen wir dann ziemlich lange herum, bis der Pilot technische Probleme mit der Air Condition ankündigte (ach deswegen ist es hier so heiß...) und sagte wir fahren aus Sicherheitsgründen zurück zum Gate. Aaaahhhh!!!!
Am Gate kamen Techniker in Gelb und checkten die Anlage, während ich auf die offene Tür starrte und gegen meinen Fluchtinstinkt kämpfte. Sowas steht dann ja immer hinterher in der Zeitung : ...sie hatten schon vorher technische Probleme....
Ich beschloss im Flugzeug zu bleiben und mein Schicksal anzunehmen, und ab da ging alles gut. Fatalismus kehrte in mir ein und ich fühlte mich sehr verwegen.
In Tampere angekommen, mussten wir erst mal warten, irgendwie war der Abholtermin nicht gut geklärt und Nicki und Gustav tauchten nach etwa einer Stunde mit dem Vito auf. Fröhliches Hallo und los ging es zur....HÜTTE!
Diese war klein aber fein und sah auf wie auf den Fotos. Tim sprang wie ein junges Reh durch den Schnee und baute beglückt an einem Iglu, Das Essen war gekocht (danke Tim!), Magoscha strahlte wie eine Lappländische Eisprinzessin und alles und überall war es weiß! Schnee so weit das Auge reicht. Am Nachmittag, fuhren Barny, Katharina, Heinrich und ich in unsere zweitägige Ersatzunterkunft, dem Hotel Ruovesi. Und hier empfing uns gleich der nächste Trip:
Nippes, Kitsch und ausgestopfte Tiere an jeder Wand, in jeder Ecke auf jedem Schrank. Feines Porzellanservice, pinkfarbene Badezimmer, Partykeller und Sauna (direkt nebeneinander) und Zimmer, die nach intensiven Duftspray rochen. Die Hausherrin: etwa 70 Jahre alt, schwarzes Kunstvoll toupiertes hochgestecktes Haar, mit einer Schneeweißen Strähne die sich von der Stirn über den ganzen Kopf zog. Der Hit! Wir waren direkt in einem Kaurismäki Film gelandet.
Nach ersten Grummeln der Hausherrin gab's die Geldübergabe. Ich reiche ihr das Geld, sie nimmt es, lächelt mich warm an und sagt "you are a very nice girl!". Danach waren wir Freunde.
14.3.2009, 1. Drehtag, Samstag
Der Dreh beginnt im Schnee. Weites weiß um uns herum- wir stehen nämlich mitten auf einem See. Magoscha guckt mich an und sagt : "Du brauchst ne Glatze.". Ich lache. Sie: "Nee echt, geh mal zur Hütte und rasier sie ab. Aber so richtig krass, unordentlich, halt in Rolle." Das Team : "Holla. Krass!"
Ich gehe also zur Hütte und rasiere mir eine unordentliche Glatze. Und weine danach. Dann gehe ich wieder auf den See und lege mich in den Schnee. Mit einem Sieb werde ich zugeschneit. Die Kamera läuft. Meine Hände frieren ein und fühlen sich an, als würde sie jemand mit einem Hammer maltretieren. Ich möchte abrechen. Schnee liegt auf mir, rutscht mir in den Nacken, in den Mundwinkel. Mir ist saukalt. Ich überlege wie lange es wohl dauern mag, bis die Finger abfrieren, wie lange es dauert bis man stirbt, so im Schnee. Dann Schritte. Heinrich kommt. Die Szene läuft. Alles ist wie es sein soll.
Nach der Szene steht Tim am Set. Er lächelt mich an und lüftet seine Mütze. Er hat eine Glatze. Ich nehme ihn dankbar in den Arm und freue mich, dass ich nicht alleine mit dieser scheußlichen "Frisur" bin.
Am Abend feiern wir Veronicas Geburtstag, sie wird an diesem Tag 25. Sie macht uns spanische Tortilla, die sehr gut schmecken und wir trinken Wein. Alles ist sehr schön, jeder ist glücklich.
15.3.2009, 2. Drehtag, Sonntag
Irgendwas ist passiert. Wir Hotelbewohner kommen zum Set und fühlen uns von der anderen Truppe ausgeschlossen. Sie sitzen gerade am Essen, haben sich auf eigenem Wunsch und Kosten Spaghetti Bolognese gemacht und sehen nicht so aus, als wollen sie mit uns teilen. Wir stehen mit Sack und Pack da, denn heute ziehen wir in unsere Wohnhütte und fühlen uns heimatlos.
Ich bin eh hypersensibel (ist es die Rolle, das fehlende Haar, Heimweh?) und brauche ein paar Stunden um mich zu aklimatisieren. Der Dreh ist unkonzentriert, ein paar machen Witze, andere langweilen sich, ich weiß irgendwie nicht wo es lang geht... ein komischer Tag. Ich beende den Tag mit Sorgen und Irritation. Am Abend sind Barny, Katharina, Denis, Nico, Heinrich und ich in unserer Wohnhütte und sinnieren über den Tag. Wir wollen keine Gruppenspalterei, aber richtig erklären was los ist können wir auch nicht.
16.3.2009, 3. Drehtag, Montag
Heute beginnen wir erst am späten Nachmittag, wir haben zwei Nachtdreh Tage vor uns. Ich hadere noch immer mit den Gruppen dynamischen Prozessen, und bin ungefähr so belastbar wie ein rohes Ei.
Angekommen am Set, versuche ich die Stimmung zu erspüren, aber da ich schon so in meinem Kopfwulst bin, geht das gar nicht mehr.
Dann geht es wieder an die Arbeit und ich bin endlich in der Lage in meine Rolle abzutauchen. Hier in Finnland habe ich fast gar keinen Text, alles Spiel läuft über Aktion, Blicke und Körperhaltung. Die Herausforderung ist groß, ehrlich zu bleiben, nicht zu viel zu machen, im Moment zu sein, zu vertrauen. Ich bin erschöpft von der Arbeit, schlafe einige Male in den Pausen ein. Wir sind den 3. Tag in Folge mit 12 Personen auf 25 qm am Arbeiten, der einzige Rückzugsort ist die Sauna. Erste Konflikte zündeln.
17.3.2009, 4. Drehtag, Dienstag
Arbeitsbeginn ist 18 Uhr, da wir wieder einen Nachtdreh haben. Wir alle werden zu großen Sauna Fans, jede Hütte hat eine, und die meisten von uns gehen mindestens 1 mal am Tag saunieren. Die Sonne scheint immer öfter und taucht die Welt in tiefes blau- weiß. Es ist wunderschön hier.
Es wird eine sehr lange Nacht un wir drehen bis 6 Uhr in der früh, dann geht die Sonne auf und wir müssen abbrechen. Barny wundert sich über meine Schlafgewohnheiten, Augen zu weg bin ich und wünscht sich nichts sehnlicher als ein abschließbares Klo.
Ich komme immer mehr an und habe das Gefühl, das wir noch mindestens drei Wochen bleiben müssten. Jetzt geht es doch erst richtig los!
Die Arbeit an sich kommt gut voran, wir werden eingespielter. Streitereien kommen hier und da auf, aber insgesamt haben wir es gut im Griff, jeder ist um Konfliktlösung bemüht.
18.3.2009, Mittwoch
Drehfrei.
Roland (Tonmeister) zu Nicki: "Wir haben heute frei oder"-"Ja"- "Dann kann ja jeder machen was er will oder?"- "Ja"- "Gut, dann mache ich heute Nur-Ton!", sagt's und verschwindet im Wald.
Ein Teil der Gruppe plant nach Tampere zu fahren. Wir warten auf die Gruppe aus der Motivhütte. Plötzlich heißt es Tampere ist gestrichen, wir fahren nur zum Supermarkt. Wir warten auf den Vito.
Er kommt, Nicki hüpft raus, holt mich und sagt ich brauche eine Decke. Dann fahren wir los. Am See warten schon Magoscha und Gustav, im Hintergrund spaziert Tim herum. Die Sonne geht unter. Ich sitze eingehüllt in meinem Schlafsack und habe einzig und alleine die Aufgabe dem Sonnenuntergang anzuschauen. Manchmal kann arbeiten so einfach sein.
Danach holen wir die anderen um zum Supermarkt zu fahren, die fühlten sich allerdings etwas veräppelt, weil sie dachten wir hätten sie vergessen. Im Supermarkt war aber alles wieder gut, und die Crew sprang durch den Laden, als hätten sie in ihrem Leben noch nicht einen Supermarkt gesehen. Einkaufen macht definitiv glücklich, auch wenn es sich nur um eine Tüte Chips handelt.
Abends essen wir gemeinsam, aber irgendwie ist die Stimmung etwas gedrückt, wir sind müde, trotz freiem Tag, und die Crew aus der Motivhütte muss noch den nächsten Drehtag vorbereiten. Tim ist verärgert und macht seinem Unmut Luft.
So endet der Abend mit einen etwas bedröppeltem Team.
19.3.2009, 5. Drehtag, Donnerstag
Weil es so schön ist, fühl ich mich mal wieder nicht Gruppenintegriert und oll.
Magoscha fragt was los ist. Gott sei Dank! Ich tue noch kurz beleidigt (Herrjemine, was ist bloß los mit mir?) und breche in Tränen aus. Magosche verfrachtet mich ins Baumhaus neben der Hütte, welches fortan zum Krisenschlichtungsort erkoren wird. Ich weine eine halbe Stunde, schluchze und beschwere mich und alles löst sich in Luft auf. Magoscha ist geduldig, nickt viel und tröstet die krisengeschüttelte Schauspielerin. Ich wundere mich über mich selbst und bin froh, dass wir gesprochen haben. Veronica fragt 5 mal nach, wann wir endlich kommen- aber das ist ja das schöne an dieser gemeinsamen Arbeit, dass es auch noch Platz für Befindlichkeiten, bez. für die Lösungsfindung dieser gibt.
Leider ist jetzt Gustav krank und er steht mit hochrotem Kopf und triefender Nase hinter der Kamera. Grippostat hält ihn in aufrechter Position, Gesund ist das auf Dauer jedenfalls nicht. Er ist aber tapfer und will gar nicht soviel umsorgt werden.
Der Tag wird länger als geplant und wir sind erst gegen 23 Uhr wieder in unserer Hütte. Barny und ich haben aber Lust auf Wein, und da alle anderen schlafen möchten gehen wir in unsere (ungeheizte Sauna) und leeren eineinhalb Flaschen Wein. Wir haben uns viel zu Erzählen und haben einen lustigen Abend,
20.03.2009, 6. Drehtag, Freitag
Die Zeit fliegt dahin. Sind wir wirklich schon eine Woche da? Trotz aller Querelen, keiner will, dass diese Zeit hier endet. Wir habe einen schönen konzentrierten Drehtag, die Sonne scheint, und Heinrich und ich kommen an dem Punkt, wo die Figuren Johanna und Karl miteinander interaktiv werden. Wir haben Spaß an den Szenen und es ergeben sich immer wieder kleine Wunder. Ich trete dass erste mal als Johanna aus der Hütte, nachdem Karl sie mit einem Gewehr verließ. Und kaum stehe ich draußen vor dem Haus, fällt in der Ferne ein Schuss. Anscheinend ist ein echter Karl auf der Jagd. Passt für den Anschluss natürlich perfekt.
Der Dreh geht länger als geplant, was bedeutet, dass wir wenig Schlaf bekommen werden, wir müssen am nächsten Tag um sieben beginnen. Nico graut es davor, für sie ist Schlafentzug das schlimmste und sie grollt. Barny und ich haben sie schon auf den Namen "Schneehase" getauft und der Schneehase hat definitiv seine Ohren angelegt.
21.03.2009, 7. Drehtag, Samstag
Erwartungsgemäß ist Nicos Laune auf dem Gefrierpunkt und für mich startet der körperlich anstrengendste Arbeitstag. In der ersten Szene muss ich einen Hang /Berg durch Knietiefen Schnee rauf rennen, Oben angekommen habe ich das Gefühl, dass mir gleich die Lunge aus dem Leib hüpft und ich beschließe mit Ausdauersport zu beginnen. Nicki kommt mir den Hang entgegen, und bei ihm sieht das ganz leicht aus. Es ist sehr kalt, irgendwas um die Minus 10, gefühlte minus 20 Grad. Ich stürze einige Male beim Laufen, teils gewollt, teils ungewollt und ich habe das zweifelhafte Vergnügen zu erfahren, wie sich Schnee in der Unterhose anfühlt.
Wir frieren alle, aber da müssen wir jetzt durch. Dies ist einer der aufwendigsten Szenen, wenn ich richtig mitgezählt habe, haben wir 10 verschiedene Einstellungen dafür.
Dafür spielt die nächste Szene vor dem Ofen und da wurde es gleich wieder warm. Anschließend brachte mir Nicki das Holzhacken bei, und abgesehen davon, dass ich dabei selten dämlich aussehe (Veronica hat mit der Handkamera gefilmt), war das ein außerordentlich befriedigendes Erlebnis. So einen dicken Klotz Holz mit einem Schlag zu teilen fühlt sich schon gut an. Ein funktionierendes Stress Abbau Programm, wie Katharina so schön sagte.
Abends gibt es in der Szene Coc au vin, Nicki hat's gekocht und es schmeckt fantastisch. Zwischendurch gibt es noch Toast Hawaii vom Catering und ich falle gut gefüllt und zufrieden ins Bett. Dies war ein schöner Tag und alle sind wieder friedlich. Peace for everyone!
22.03.2009, 8. Drehtag, Sonntag
Ich habe in der Motivhütte geschlafen, da wir in der früh bei Sonnenaufgang drehen wollen.
Gegen 5 klingeln diverse Handy Wecker. Keiner rührt sich. Nach 10 Minuten wiederholt sich das klingeln. Keiner rührt sich. Beim dritten mal frage ich: " soll ich jetzt aufstehen, oder was soll dieses Gebimmel bedeuten?". Ein vorgetäuscht waches "Ja,ja, wir stehen jetzt auf!" kommt von unten von Nicki (Unten, weil wir anderen schlafen oben auf der Hochebene). Dann wieder Stille, bis auf gleichmäßige Atemzüge aus 6 Mündern. Ich beschließe aufzustehen, bevor wir den Sonnenaufgang verpassen.
Wir stehen auf dem zugefrorenen See, die Sonne kriecht am Horizont hoch. Alle vom (wachen) Team haben kleine Bud Spencer Augen, blinzeln in das grelle weiß. Der Atem steht vor den Mündern, ein Specht ist im Hintergrund fleißig. Ich wander über das Eis, die Kamera im Rücken. Unter mir grummelt und knirscht es. Ich bekomme einen Anflug von Panik. Was ist wenn ich jetzt einkrache? Ich drehe mich um, die anderen sind so klein wie Ameisen, die können mich auf jeden Fall nicht retten.
Ich bete und hoffe, dass ich überlebe. Langsam versuche ich mich näher ans Ufer zu schleichen, wo es nicht so tief ist. Endlich geschafft. Fester Boden unter den Füssen. Ich bin froh und die vorletzte Spielszene ist im Kasten.
Um 10 Uhr in der früh ist die Figur Johanna Saalbrecht abgedreht. Zur Mittagszeit ist auch Heinrich fertig. Der Dreh von Atme ist vollendet.
Am Abend erfahre ich von unseren Vermieter, dass der See bez. das Eis so grummelt, weil es kälter geworden ist und dass das Grummeln ein gutes Zeichen ist.
Wir feiern in einer großen Hütte Abschied, die uns zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt wird. Dann geht's in die Sauna, das ganze Team und wir schwitzen. Erst plappern alle und dann wird es ganz still. Das Licht ist aus, nur das Feuer im Ofen flackert und knattert. Wir sind erschöpft, glücklich und traurig gleichzeitig.
Wir schauen Fotos vom Finnland Dreh, essen Würstchen und Kartoffelsalat, sitzen auf Lammfellen und sind unentschlossen schlafen zu gehen. Aber der Flug geht in der früh und so verabschieden sich alle gegen halb drei.
23.03.2009, Abreise, Montag
Nicki und Gustav fahren uns zum Flughafen. Magoscha und Tim bleiben in der Motivhütte zum aufräumen.
Am Flughafen hat Veronica Probleme mit dem Gepäck und fürchtet schon nicht mitgenommen zu werden. Das Flugzeug hat durch uns 20 Minuten Verspätung und Veronica nun ein paar Pullis und Schuhe weniger.
Heinrich reist vom Bremen aus mit dem Zug zurück, Barny nach Hamburg ebenfalls mit dem Zug, der Rest kommt in mein Auto und zurück geht es nach Berlin. Wir sind alle etwas still, es regnet in strömen. Trotzdem freuen sich alle nun doch nach Hause zu kommen, eine ordentliche Dusche und ein abschließbares Badezimmer vorzufinden.
ICH DANKE MEINEN WUNDERBAREN TEAM, DASS WIR DIESEN WEG BIS HIERHIN GEMEINSAM GEGANGEN SIND!!!!
Und nun beginnt die Postproduction:
25.04.2009
Ich habe damit begonnen die Termine diverser Festivals zusammen zu tragen und Verleiher zu kontaktieren. Es gibt dieses Jahr doch noch einiges an Möglichkeiten und damit wird es gerade wieder spannend für mich. Was ich allerdings nicht verstehe, dass fast jedes Festival die Filme nur als Uraufführung zeigen will, und damit eine vorherige Präsentation ausgeschlossen ist. Organisatorisch eine schwere Aufgabe. Einfach bei allen einschicken und warten was kommt, oder geplant auswählen? Hmm.
Valentin versucht bis zum 8. Mai einen Rohschnitt fertig zu haben, durch andere Arbeitsaufträge, ist er aber etwas eingeschränkt in seiner Zeit und ich hoffe natürlich, dass das klappt. Ich bin sooo gespannt!
Sonja sagte, dass wohl einige Verleiher gerade aufgrund der Wirtschaftskrise in die Insolvenz gehen und es dieses Jahr vielleicht nicht das beste Jahr zum Verleih suchen sei. Aber ich habe auch schon eine Bank gefunden, die uns trotz Wirtschaftskrise einen Kredit gegeben habt, also habe ich beschlossen, dass mich diese dämliche Krise nicht abhalten wird. Ich muss mich, wie bei der Bank, eben an die "Guten" halten (im Sinne von gute Menschen).
23.07.2009
Verdammt lang her...
Es sind nun einige Monate ins Land gezogen und auch, wenn ich in diesem Blog nichts von uns hören ließ, so stand die Arbeit nicht still. Seit April ist der Film nun im Schnitt, und Ungeduld war leider schon immer eine Schwäche von mir. Dies sind aber keine schlechte Nachrichten, den der Film hat den Rohschnitt passiert und befindet sich nun im Feinschnitt. Nach den Anstrengungen und Aufregungen der Pre- Production und dem Dreh ist es nun um so wichtiger, dass bei dem Schnitt nichts auf die Schnelle, nicht swegen einem schnellen Ergebnis gemacht wird, sondern Alles mit der gleichen Aufmerksamkeit und Hingabe. Daher sind Magoscha, Nicki und Valentin streng. Mit sich, mit dem Material- und mit mir, wenn meine Ungeduld sie anzutreiben versucht.
Ich habe nur wenige Bilder gesehen, denn weder kann ich schneiden, noch bin ich Regie. Was ich gesehen habe macht mich froh und erwartungsvoll. Finnland ist allein durch seine Schönheit ein Sehvergnügen, Berlin ist abwechslungsreich, schneller.
Ich hoffe sehr, dass der Schnitt bis Mitte Oktober abgeschlossen ist, um den Film bei der Berlinale 2010 einreichen zu können. Dies ist mein persönlicher Wunsch, und ich denke es ist durchaus im Bereich des Möglichen.
Es ist ein wenig merkwürdi? mich selber so wenig in diese Phase des Films so wenig einbringen zu können, schließlich ist es mein "Baby", aber wie sagt man so schön? Gut Ding will Weile haben? Ich vermisse das Team, das gemeinsame arbeiten und die Energie, aber wie das beim Film so ist, stecken die verschiedenen Leute wieder in neuen Abenteuern und so soll es ja auch sein. Nicki und Magoscha und ich sprechen natürlich regelmäßig.
Ich werde nun häufiger wieder berichten, da wir nun langsam zur nächsten Phase übergehen. Keep an eye on us!