Atme (AT)
Inhaltsangabe
Schnee bedeckt die Weite. Der Blick gleitet über einen vereisten, unberührten See und bleibt auf der scheinbar leblosen, halb zugeschneiten JOHANNA liegen.
Schwere Schritte und Atemgeräusche nähern sich. KARL beugt sich über Johanna, fühlt ihren Puls und hievt sie schließlich unter Aufgebot aller Kraft über seine Schulter. Er trägt sie in seine Hütte am Ufer, nimmt sie ganz ruhig auf, etwa wie ein verletztes Tier, und kümmert
sich weiter ums tägliche Fischen, Kochen, Holzhacken. Ein einfaches, zurück gezogenesLeben – für Johanna in der Schwebe zwischen Leben und Tod.
In dieser Stille öffnet sich für sie ein Raum der Selbstkonfrontation und in Erinnerungswellen durchlebt sie, wie sie in diesen existentiellen Zustand gekommen ist.
In Gedanken reist sie in ihre Vergangenheit, nach Berlin.
Sie trifft NICK- und hatte bisher ihre Bestimmung für die Bühne ihr Leben ausgefüllt, so bestimmt nun ihre schnell entfachte Liebe alles. So himmelhoch der Anfang ihrer Beziehung ist, so tief bald die Abgründe:
Machtspiele, Verlustangst und Eifersucht entfremden Johanna zunehmend von sich selbst.
Nach einem Zusammenbruch trennt sie sich, doch Nick holt sie wieder zurück. Die kranke Liebe lebt weiter.
Langsam kommt Johanna zu sich, elementare Bedürfnisse wie Durst zwingen ihren Körper sich dem Leben zuzuwenden. Je weiter ihr Heilungsprozess voranschreitet, je tiefer taucht sie in ihren Schmerz.
Johanna wird schwanger, ihr Beziehungsgefüge mit Nick verändert sich in Erwartung des Kindes. Ihre Tochter wird geboren und jeder stellt sich auf seine Art der neuen Realität.
Vielleicht spürt Johanna zum ersten Mal wahre, bedingungslose Liebe. Durch dieses Zugehörigkeitsgefühl beginnt sich ein neues Zusammenleben zu formen.
Bis in einer Nacht die junge Familie durch einen Schicksalsschlag aus einander bricht.